Maschinenbau rechnet mit stabilen Innovationsausgaben für 2021

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Gemessen an den Innovationsausgaben gehört Deutschland zu den innovationsfreudigsten Ländern der Welt. Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2019 insgesamt knapp 177 Milliarden Euro für Innovationen ausgegeben. Der Maschinenbau kommt auf 17,8 Milliarden Euro – 7 % mehr als im Vorjahr und mehr als je zuvor. Dies ergibt die neueste Studie des ZEW Mannheim zum Innovationsgeschehen in der deutschen Wirtschaft. Für die Studie wurden zwischen Februar und Oktober 2020 über 13.000 Unternehmen aus 56 Branchengruppen befragt.

Gemessen am Umsatz liegen die Innovationsausgaben des deutschen Maschinenbaus bei insgesamt 6,4 %. Auch das ist ein Höchststand. Die Planzahl für Innovationsausgaben im Pandemie-Jahr 2020 liegt lediglich 4 % unter den Ausgaben des Jahres 2019 und für das Jahr 2021 wiederum wird mit einem leichten Plus von 1 % gerechnet. Allerdings ist insbesondere die Planzahl für 2021 mit einer hohen Ungewissheit behaftet. Ein Teil der Unternehmen ging während der Befragung von stabilen Innovationsbudgets aus, wozu insbesondere größere Unternehmen zählen. Andere allerdings konnten im letzten Jahr noch gar keine Einschätzung zu ihren Innnovationsausgaben im Jahr 2021 geben. Die Unsicherheit im Vergleich zu früheren Befragungen ist größer.

Insgesamt ist jedoch wahrscheinlich, dass sich die Ausgaben für Innovationen auch weiterhin auf relativ hohem Niveau bewegen werden, möglichen leichten Rückschlägen zum Trotz. Der Umsatz mit Produktinnovationen lag 2019 im deutschen Maschinenbau mit knapp 45 Milliarden Euro bzw. 16 % des Gesamtumsatzes allerdings deutlich unter dem Schnitt der Vorjahre. Zum Vergleich: zu Beginn des letzten Jahrzehnts machten Produktinnovationen noch 28 % des Umsatzes aus, 2018 immerhin noch 20 %. Dabei ist der Umsatz mit Nachahmerinnovationen stärker zurückgegangen als der mit Marktneuheiten. Die durchschnittliche Stückkostensenkung durch Prozessinnovationen liegt mit 3,1 % leicht unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre.

Diese Entwicklung ist nicht nur ein Phänomen des Maschinenbaus. So hat die gesamte deutsche Wirtschaft 2019 bei den Ausgaben für Innovationen ein Rekordergebnis erzielt, wohingegen die Innovationserfolge unter den Vorjahreswerten blieben. Und nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern wird diese Entwicklung seit Längerem beobachtet.

Dr. Christian Rammer vom ZEW sieht hier vielfältige Gründe. Einerseits wird es immer aufwendiger, wirklich bedeutsame Innovationen hervorzubringen, was auch als „ideas are getting harder to find“ bezeichnet wird. Andererseits steigen bürokratische und rechtliche Hürden für die Unternehmen kontinuierlich, wodurch sich Kosten erhöhen, ohne dass Innovationserfolge in gleichem Maß steigen. Auch der Fachkräftemangel hat in den letzten Jahren Innovationsaktivitäten gehemmt, Innovationsprojekte verzögert und letztlich die Innovationsleistung der Unternehmen reduziert. Ein weiterer Grund für rückläufige Umsätze mit Innovationen insbesondere im Jahr 2019 ist die konjunkturelle Abschwächung, wodurch die Nachfrage nach Innovationen gesunken ist.