Kurzarbeit im Verarbeitenden Gewerbe sinkt – Niveau bleibt aber hoch

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Im September waren im Verarbeitenden Gewerbe nach Schätzungen des ifo Instituts etwa 1,5 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Damit sinkt die Zahl im vierten Monat in Folge.

Der Rückgang war mit knapp 400.000 Beschäftigten im September besonders deutlich. Damit schreitet der Rückgang der Kurzarbeit zwar voran, dennoch bleibt der Anteil der Kurzarbeiter mit 21% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Industrie nach wie vor hoch (gesamte Volkswirtschaft nur 11%).

In den Industriezweigen ist die Kurzarbeit ebenfalls rückläufig. Spitzenreiter bleibt die Metallindustrie mit ca. 350.000 Kurzarbeitern (31% der Beschäftigten) gefolgt vom Maschinenbau mit 319.000 (29% der Beschäftigten). In der Fahrzeugbranche sind etwa 275.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (24%) in Kurzarbeit und in der Elektroindustrie 186.000 (23%). Während in der Metallindustrie und in der Fahrzeugbranche der Rückgang im September mit 115.000 bzw. 72.000 Kurzarbeitern deutlich ausfiel, ist die Zahl im Maschinenbau nur geringfügig um ca. 17.000 gesunken. Die Anzeigen zur Kurzarbeit im Maschinenbau sind im September von 25.900 auf 6.800 deutlich zurückgegangen. Diese jüngste Entwicklung deutet darauf hin, dass die Zahl der Kurzarbeiter in den nächsten Monaten voraussichtlich weiter sinken wird. 

Der Anteil der Betriebe mit Kurzarbeit ist im Maschinenbau auf 64% abgesunken, wie aus den Ergebnissen der 8. VDMA Corona-Blitzumfrage hervorgeht. Anfang Juli lag der Anteil noch bei 68%. Neben Kurzarbeit haben viele Unternehmen Einstellungsstopps (62%) verhängt. Zudem veranlasst die anhaltend angespannte Lage insbesondere auf der Nachfrageseite viele Betriebe, sich intensiver mit dem Thema Personalabbau auseinanderzusetzen. 23% der befragten Maschinen- und Anlagenbauer haben einen Personalabbau der Stammbelegschaft in die Wege geleitet oder planen dies.