Drastischer Rückgang der Investitionen

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Die EU-Kommission prognostiziert für 2020 einen starken Einbruch der Ausrüstungsinvestitionen. Der Ausblick auf das kommende Jahr ist positiv.

Infolge der globalen Corona-Pandemie geht die Wirtschaftsleistung weltweit in beispiellosem Ausmaß zurück. Für das Jahr 2020 wird derzeit von der Weltbank sowie von Oxford Economics im Basis-Szenario ein globaler Wirtschaftseinbruch von rund 5 Prozent erwartet. Die industriellen Kapazitäten sind in der Unterauslastung. Im EU-Durchschnitt waren sie im April nur zu 70 Prozent ausgelastet. Zudem erhöhten die abrupt geänderten konjunkturellen Rahmenbedingungen und die enorme Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Perspektiven die bereits zuvor bestehende Zurückhaltung bei den Ausrüstungsinvestitionen. Viele Investitionsvorhaben wurden verschoben, neue kaum angepackt.

Die Vorhersagen der EU-Kommission sind deshalb ernüchternd für den Maschinenbau. Für das laufende Jahr wird ein Einbruch der Ausrüstungsinvestitionen um fast ein Fünftel prognostiziert. Dabei handelt es sich bei den Ausrüstungen laut Definition nicht nur um Maschinen, sondern auch um Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sowie Unternehmensinvestitionen in Fahrzeuge - also eine durchaus heterogene Gruppe, die gerade in Zeiten der Corona-Pandemie jede für sich betrachtet werden sollte. So dürfte IKT durch Homeoffice, Webmeetings, Fernwartung etc. eher zulegen, während Anlageinvestitionen, vor allem aber der Kauf von Fahrzeugen eher zurückgestellt werden.

 

 

Für 2021 zeigen sich die Experten in der EU-Kommission dagegen optimistischer und prognostizieren für die Ausrüstungsinvestitionen einen Anstieg um gut 14 Prozent. Voraussetzung dafür ist, dass die bestehenden Einschränkungen, also soziale Distanzierungen, aufgehoben werden und ein Impfstoff rasch zur Verfügung steht. Auch eine zweite Infektionswelle im Winter würde diesen positiven Ausblick behindern.

Zurückhaltung empfiehlt sich zumindest vorerst auch noch bei der Interpretation der ersten Anzeichen für eine Bodenbildung wichtiger Stimmungsumfragen. Die Einkaufsmanagerindizes liegen - die VR China ausgenommen - immer noch deutlich im Kontraktionsbereich, und signalisieren damit weiter starke Produktionsrückgänge in der Industrie. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Stimmung nachhaltig steigt und wie zügig die Industrie aus dieser Krise herauskommen kann.