Zur Abhängigkeit des deutschen Maschinenbaus von ausländischen Wertschöpfungsbeiträgen

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Der Ausbruch des Coronavirus und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung lassen globale Lieferketten nicht unberührt. Aufgrund von vorübergehenden Schließungen industrieller Produktionsstätten in China droht die Unterbrechung globaler Wertschöpfungsketten.

China ist seit 2019 wichtigstes Lieferland für deutsche Maschinenbauimporte

Der deutsche Maschinenbau verteidigte im vergangenen Jahr erfolgreich seinen Titel als Exportweltmeister. Gleichzeitig zeichnet sich Deutschland durch seine Marktoffenheit aus. Das zeigt sich nicht zuletzt am Maschinenbau: Deutschland importierte 2019 Maschinenbauerzeugnisse im Gesamtwert von 76 Mrd. Euro. Der Anteil ausländischer Maschinenlieferungen am Inlandsmarkt für Maschinen, Anlagen und Maschinenkomponenten betrug damit knapp 60 Prozent.

Die deutschen Maschinenimporte allein aus China beliefen sich im vergangenen Jahr auf 7,4 Mrd. Euro. Damit war China erstmalig das wichtigste Lieferland von Maschinenbauprodukten für Deutschland. Aus Italien importierte Deutschland Maschinen im Wert von 6,9 Mrd. Euro (Platz zwei). Japan und Südkorea liegen mit einem Volumen in Höhe von 3,4 Mrd. Euro auf Platz acht bzw. mit 1,3 Mrd. Euro auf Platz 18. Insgesamt vereinen diese vier Länder, die besonders stark vom Coronavirus betroffen sind, einen Anteil von mehr als 25 Prozent an den gesamten deutschen Maschinenbauimporten auf sich.

Chinas Bedeutung bei der Herstellung von Vorleistungsgütern wächst

Rund ein Viertel aller Vorleistungen des deutschen Maschinenbaus kommen aus dem Ausland. Allein der chinesische Wertschöpfungsanteil lag im Jahr 2015 bei mehr als 2,3 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil Italiens lag bei rund 1,5 Prozent, Japan kommt auf 0,7 Prozent und Südkorea auf 0,3 Prozent. Insgesamt entfielen auf diese vier Länder im Jahr 2015 bereits 4,8 Prozent der Wertschöpfung. Im Jahr 2019 dürfte dieser Anteil nach Einschätzung der VDMA-Volkswirte bei rund 6 Prozent liegen. Denn insbesondere Chinas Beitrag dürfte geschätzt auf mindestens 3 Prozent angewachsen sein, was die zunehmende Bedeutung Chinas bei der Herstellung von Vorleistungsgütern für den Maschinenbau widerspiegelt.

Lieferengpässe sind in den nächsten Wochen nicht auszuschließen

Ein geschätzter Anteil von 6 Prozent an den gesamten Vorleistungsgütern erscheint auf den ersten Blick gering. Doch die globalen Wertschöpfungsketten sind eng verzahnt. Fehlen einzelne Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise eine in China hergestellte hochspezifische Steuerungseinheit, kann es trotz vermeintlich niedriger Abhängigkeit zu einer gravierenden Störung im Produktionsablauf kommen, sofern keine alternativen Lieferanten existieren. Am Ende kann das dazu führen, dass eine Maschine nicht an den Kunden ausgeliefert werden kann.

Eine ausführlichere Analyse zu diesem Thema finden Sie im Anhang.

Den Quartalsbericht 04/2019 zum Maschinenbau in China finden Sie hier.

Haben Sie weitere Fragen? Unser Außenhandelsexperte Benedict Jeske (-1389), benedict.jeske[at]vdma.org, hilft Ihnen gerne weiter.

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