VDMA-Umfrage: Tarifbindung nimmt ab

Die Frage der Tarifbindung von Unternehmen bleibt weiterhin im Fokus der politischen Diskussion. Eine Umfrage unter den VDMA-Mitgliedern liefert wichtige Einblicke, denn auch im Maschinenbau in Deutschland nimmt die Tarifbindung ab.

71 % der Unternehmen sind nicht tarifgebunden, während die restlichen 29 % an einen Flächentarifvertrag oder Haustarifvertrag gebunden sind. Interessant dabei: 69 % der nicht-tarifgebundenen Unternehmen orientieren sich an einem Tarifvertrag oder nehmen Bezug darauf.

Die VDMA-Mitglieder geben an, dass zumeist der geringe Spielraum für eine betriebliche Lösung und die mangelnde Flexibilität die ausschlaggebenden Gründe gegen eine Tarifbindung sind. Kleinere Unternehmen kritisieren zudem, dass die Tarifbindung für sie nur mit sehr hohem Aufwand umsetzbar wäre und daher nicht sonderlich attraktiv erscheint.

Trotz der geringen Tarifbindung ist beachtlich, dass sich 69 % der nicht tarifgebundenen Unternehmen am Tarif orientieren und teilweise sogar Bezug darauf nehmen. Zumeist orientieren sich Maschinenbauunternehmen bezüglich der Arbeitszeitregelung (77 %), der Urlaubsregelungen (65 %) und der Entgeltregelungen (50 %) an einem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie. Eine direkte Bezugnahme ist am häufigsten bei den Urlaubsregelungen (14 %) vertreten.

Für die 29 % tarifgebundenen Unternehmen spielen im Besonderen die Wahrung des Betriebsfriedens (53 %), die Vereinfachung der Organisation (48 %) sowie die Attraktivität (33 %) entscheidende Rollen. Trotz dieser Argumente denken 45 % der Tarifgebundenen über eine Beendigung des Vertrags nach.

Bereits in der letzten Legislaturperiode wurde deutlich, dass der Gesetzgeber bei neuen Regelungen keine Scheu zeigt, Unternehmen ohne Tarifvertrag gegenüber tarifgebundenen Unternehmen deutlich zu benachteiligen. Hinzu kommt eine neue Idee: Steuerbegünstigungen für Unternehmen mit Tarifvertrag sowie für Beschäftigte mit Gewerkschaftsbuch. Das verfolgte Ziel ist klar: Die Tarifbindung soll mit politischem Druck gesteigert werden. Aus Sicht des VDMA höhlt ein solches Vorgehen das im Grundgesetz verankerte Recht, einem Tarifvertrag fernzubleiben, aus und stellt Unternehmen ohne Tarifvertrag als Arbeitgeber zweiter Klasse dar. Unseren Unternehmen wird dies aber in keiner Weise gerecht. Zudem sind es die Sozialpartner selbst, die für die Akzeptanz ihrer Vereinbarungen werben müssen.

Weitere Ergebnisse zur Beurteilung des Tarifvertrags, Handlungsbedarf sowie Sondertarif & Ergänzungstarif und die Teilnehmerstruktur der VDMA-Umfrage finden Sie im angehängten PDF.

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